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Sensitivity Reading

LASS SENSIBLE THEMEN IN KORREKTEM GLANZ ERSTRAHLEN!

Sensitivity Reading ist eine Form des Lektorats, legt aber den Fokus darauf, dass Diskriminierungen und Stigmatisierungen in einem Text (z.B. in Büchern, Magazinen und Drehbüchern) vermieden werden. Das findet u. a. bei der Umschreibung von Menschen mit Behinderungen oder Menschen anderer ethnischer Herkunft statt.

Da ich selbst eine Behinderung habe, liegt mein Schwerpunkt auf Behinderungen im Allgemeinen und Frauen* mit Behinderungen. Beim Sensitivity Reading ist es wichtig, dass man selbst als Lektor:in zur Zielgruppe der erwähnten Behinderung gehören sollte oder sich für einen Schwerpunkt in diese Richtung interessiert und sich dabei Wissen angelernt hat.

Mehr Infos dazu könnt ihr hier erfahren:

In dieser Podcastfolge mit Stephan Berg und Autorin Katja Jansen erfährst du mehr über meine Arbeit:

Beispiele für Sensitivity Reading

Schaffe sensibel Bewusstsein!

Die in den Niederlanden lebende Autorin, Katja Jansen (Hier gehts zu ihrer Webseite), hat mir – dankenswerterweise – Passagen aus ihrem neuesten Fantasyroman „Das Ministerium der Wünsche“ (Erscheint im Herbst 2026) zur Verfügung gestellt. Für den Roman wurde ich von ihr als Sensitivity Readerin angefragt.

Erster Textauszug

„Er saß im Auto dieses Fremden, der gelegentlich eigenartige Bewegungen mit Kopf und Armen ausführte, und neben einer Frau, die mindestens so alt war wie seine Großmutter.“

„Er betrachtet Hannes‘ Hände am Lenkrad und deren unwillkürliche, zuckende Bewegungen. Ines schien die Unruhe nicht zu registrieren, also drängte auch Yannik seine Verunsicherung zurück.
Seine Sitznachbarin schätzte er auf Mitte siebzig, wenngleich ihre Ausstrahlung mit jedem gängigen Bild ihrer Generation brach.“

Folgende Erklärungen habe ich als Anstoß gegeben:

Die ursprüngliche Formulierung beschreibt Hannes‘ Bewegungen als „eigenartig“ und bewertet sie damit aus Yanniks Sicht, bevor die Leser*innen überhaupt einordnen können, worum es sich dabei handelt. Solche wertenden Begriffe können ungewollt diskriminierend wirken. Auch die Beschreibung der älteren Frau über den Vergleich mit Yanniks Großmutter reduziert sie auf ihr Alter und greift ein klischeehaftes Altersbild auf. 

Zweiter Textauszug

„Der Junge mit dem violetten Gurt war der Älteste und trotz Übergewicht der Schnellste und Kraftvollste der Gruppe. Ein Junge trug eine Sportbrille mit dicken Kunststoffgläsern, die fest auf der Nase saß. Zwei Mädchen hatten das Down-Syndrom, und drei Kinder nutzten Rollstühle.“

„Ein Junge mit grünem Gurt trug eine Sportbrille mit dicken Gläsern, die bei jeder Technik fest auf der Nase saß, egal wie elanvoll er sie ausführte.
Zwei Mädchen mit Orangegurt und den Zügen des Down-Syndroms korrigierten sich ständig gegenseitig.
Gleich drei Kinder machten die Techniken aus Rollstühlen heraus.“

Folgende Erklärungen habe ich als Anstoß gegeben:

Die ursprüngliche Beschreibung verbindet körperliche Merkmale teilweise mit wertenden Zuschreibungen. Besonders die Formulierung „trotz Übergewicht“ stellt einen Gegensatz zwischen Körper und Leistungsfähigkeit dar und verstärkt damit ein Klischee. Auch die direkte Benennung einzelner Diagnosen rückt Behinderungen stärker in den Vordergrund als bei den anderen Kindern, die im Text erwähnt werden.

Für die Überarbeitung habe ich vorgeschlagen, die Merkmale der Figuren weiterhin zu beschreiben, aber neutraler einzubinden. Am besten liegt der Fokus stärker auf ihrem Handeln und ihren individuellen Eigenschaften, statt sie über Körper oder Behinderung zu definieren.

Wichtige Anmerkung zum Senitivity Reading

Die Überarbeitungen zeigen, dass sensible Darstellung nicht bedeutet, bestimmte Merkmale aus Geschichten auszublenden. Vielmehr geht es darum, bewusst darauf zu achten, welche Perspektive eine Beschreibung einnimmt und welche Wirkung sie entfalten kann. Manche Formulierungen können unbeabsichtigt Annahmen oder stereotype Vorstellungen verstärken, auch wenn dies nicht die Absicht der Autor*innen ist.

Wichtig ist zu versuchen, Figuren als Menschen mit eigenen Erfahrungen, Fähigkeiten und Bedürfnissen darzustellen. Behinderungen, Alter oder Aussehen dürfen selbstverständlich Teil ihrer Identität sein – sollten aber nicht allein bestimmen, wie eine Figur wahrgenommen wird. Oft können bereits kleine sprachliche Anpassungen dazu beitragen, eine Darstellung genauer, vielfältiger und respektvoller zu gestalten.

Wenn dir meine Beispiele gefallen haben und du mit mir zusammenarbeiten möchtest, dann schreibe mir gerne eine Nachricht!

Für wen eignet sich das Sensitivity Reading?

Meine Zielgruppen sind:

  • Verlage, die ein Sensitivity Reading benötigen, um Stereotype abzubauen.
  • (werdende) Autor:innen, die auf gewisse Themen sensibilisieren und nicht triggern wollen.
  • Unternehmen, die Stereotype abbauen und inklusiv arbeiten möchten.
  • Filmschaffende, die auf diskrimierungssensible Sprache achten oder eine authentische Repräsentation der Lebensrealitäten von Menschen mit Behinderungen darstellen wollen.

Meine Dienstleistungen für dich

Für dein Manuskript oder deinen Text biete ich:

  • Prüfung auf korrekten und sensiblen Inhalt
  • Prüfung auf den „roten Faden“
  • Prüfung auf diskrimierungssensible Sprache

Du möchtest mit mir zusammenarbeiten?

So läuft’s ab:

  1. Bitte sende mir dein Projekt übers Kontaktformular zu.

  2. Ein maßgeschneidertes Angebot folgt nach ein bis zwei Werktagen.

  3. Du bekommst dein Manuskript oder Text lektoriert und mit Kommentaren und Anregungen zurückgeschickt.

  4. Bei Rückfragen bin ich gerne für dich da, ohne Aufpreis.

Sensitivity Reading mit Gefühl

Jetzt liegt es an dir!

Bist du bereit, gemeinsam
Texte mit Tiefgang zu schreiben?

Du suchst eine Texterin und Lektorin, die ein Blick auf Details hat, um deinen Projekten den benötigten Feinschliff zu geben? Dein einzigartiger Schreibstil soll deine persönliche Note nicht verlieren? Dann bist du bei mir richtig! Schreib mir gerne eine Nachricht für ein kostenloses Erstgespräch, damit dein Projekt deine Einzigartigkeit widerspiegelt.

Ich biete Lektorat, Copywriting, Storytelling und Sensitivity Reading für Verlage, Autor:innen, Drehbücher und Unternehmen im deutschsprachigen Raum. Ob Manuskript, Werbetext oder Magazinbeitrag – als zertifizierte Lektorin arbeite ich präzise, inklusiv und mit einem Gespür für Ton und Zielgruppe. Schwerpunkte: Literatur & Kultur, Buchmarkt, Marketing, Inklusion, kreatives Schreiben und professionelles Texten.